Wahlplakatflut in Langenselbold: FDP fordert Ende der Doppelmoral

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Thema: Wahlplakatflut in Langenselbold: FDP fordert Ende der Doppelmoral – und erinnert an langjährige Blockade ihrer Anträge

Langenselbold – Wenige Wochen vor der Kommunalwahl am 15. März 2026 prägt erneut ein massiver Plakat-Wildwuchs das Stadtbild von Langenselbold. Während die Bürgerinnen und Bürger die „Zupflasterung“ der Straßen kritisieren, greifen nun auch Bündnis 90/Die Grünen das Thema öffentlichkeitswirksam auf.

Die FDP Langenselbold begrüßt zwar das späte Einlenken, erinnert jedoch mit Nachdruck an die parlamentarische Historie dieses Themas und möchte hier die Glaubwürdigkeit der aktuellen Debatte hinterfragen.

Pionierrolle der FDP: Zentralisierung statt Wildwuchs
Die FDP Langenselbold thematisiert die geordnete Wahlwerbung bereits seit vielen Jahren konsequent. Schon 2012, 2016 und 2021 brachten die Liberalen wiederholt Anträge und Anfragen in die Stadtverordnetenversammlung ein, um das unkontrollierte Aufhängen von Einzelplakaten an Laternenpfählen zu beenden und durch zentrale Plakat-Stellwände zu ersetzen.
Das Konzept der FDP sieht vor, das optische Chaos durch zentrale Plakat-Stellwände im Stadtgebiet zu ersetzen, auf denen alle Parteien kontrolliert und begrenzt werben können – eine saubere, faire und ökologisch sinnvolle Lösung.

2021 wurde der Antrag ausnahmsweise nicht direkt in der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt, sondern in den grün geführten Planung/Bau- und Umwelt-Ausschuss geschoben. Hier wurde er bis 2023 verschleppt, um ihn am Ende außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung (schließlich war das Thema zu diesem Zeitpunkt ohne Wahlwerbung nicht akut) doch abzulehnen.

„Unser Ziel war und ist es, das optische Chaos durch zentrale Plakat-Stellwände im Stadtgebiet zu ersetzen“, erklären die Freien Demokraten.


Das Scheitern der Freiwilligkeit: Ein Vertrauensbruch der Mitbewerber
Da für eine formale Satzungsänderung im Parlament lange keine Mehrheit zu finden war, war die FDP 2019 die treibende Kraft mit dem Vorstoß für eine verbindliche Satzung oder eine freiwillige Selbstverpflichtung. Die FDP war es, die eine „freiwillige Selbstverpflichtung“ der Parteien aushandeln konnte. Diese Vereinbarung sah vor, die Anzahl der Plakate pro Partei und Standort freiwillig zu limitieren. „Wir mussten jedoch die enttäuschende Erfahrung machen, dass sich unsere Mitbewerber im politischen Wettbewerb nur teilweise oder gar nicht an diese Absprachen hielten“, erklärt die FDP-Fraktion. Während die Liberalen auf Disziplin und Respekt vor dem Stadtbild setzten, wurde von anderer Seite munter weiterplakatiert, was die Notwendigkeit verbindlicher Regeln unterstreicht.

„Dieses Scheitern der Freiwilligkeit zeigt deutlich, dass wir anstelle von Lippenbekenntnissen endlich verbindliche Regeln brauchen“, so der FDP-Vorsitzende Christof Sack.

Angesichts der aktuellen Kritik der Langenselbolder Grünen zeigt sich die FDP verwundert über deren plötzlichen Sinneswandel. In der Vergangenheit wurden die fundierten Anträge der FDP zur Einführung zentraler Plakatwände und zur Limitierung der Plakatmengen im Stadtparlament regelmäßig nicht unterstützt oder direkt abgelehnt – auch mit den Stimmen der Grünen. Es sei bezeichnend und politisch unredlich, dass gerade die Fraktionen heute die Plakatflut beklagen, die jahrelang die strukturellen Lösungen der FDP blockiert haben und konkrete Anträge für zentrale Tafeln und klare Regeln im Stadtparlament ins Leere laufen ließen, so die FDP weiter.

„Wer die Plakatierung an Laternenpfählen stoppen will, hätte bereits vor Jahren unseren Anträgen zustimmen können“, so der stellvertretende Vorsitzende Rainer Lamprecht.

Frage an die Grünen: Warum erst jetzt?

Die Antwort lautet wohl: „Es drängt sich der Verdacht auf, dass das Thema von den Grünen nur dann entdeckt wird, wenn man sich im Wahlkampf als Saubermann präsentieren möchte, während man in der parlamentarischen Alltagsarbeit die strukturelle Lösung des Problems jahrelang verhindert hat.“


Forderung nach einer verbindlichen Lösung nach der Wahl
Die FDP Langenselbold bleibt bei ihrer klaren Linie und kündigt an: Unmittelbar nach der Kommunalwahl 2026 wird die Fraktion erneut einen Vorstoß für eine moderne Plakatierungssatzung und für zentrale Plakatwände unternehmen, um das Stadtbild dauerhaft zu entlasten und den bürokratischen sowie ökologischen Aufwand der Materialschlachten zu reduzieren.
.Ziel bleibt die endgültige Ablösung der Laternen-Plakate durch ein System städtisch verwalteter, zentraler Stellwände.

„Wir hoffen, dass die Grünen ihre aktuelle Erkenntnis auch nach dem Wahltag beibehalten und dann endlich unseren langjährigen Forderungen im Parlament zustimmen, statt sie erneut aus parteitaktischen Gründen abzulehnen“, so die FDP abschließend.
Pressestelle
FDP Langenselbold